Buntes Universum

Klaus Bunte – Schauspieler, Kabarettist, Journalist

Die satirische Jahresvorschau für den Kreis Soest

 

 

KREIS SOEST – Man kann nicht behaupten, es wäre wenig los gewesen in Soest, Werl und Warstein in den vergangenen zwölf Monaten. Wie mag es weitergehen? In die Zukunft schauen kann ja leider niemand. Oder etwa doch? Nach langer und intensiver Suche hat der Stadtanzeiger Deutschlands bekannteste und einzige zuverlässige Kirmes-Wahrsagerin ausfindig gemacht. Donata O. Rakel (99) lebt mittlerweile im Ruhestand unter dem Pseudonym Waltraud Klapschinsky in einem Altersheim im Kreis Soest, hat auf unser Drängen hin aber noch einmal den einen oder anderen Blick in ihre große Kristallkugel gewagt. Dies sind ihre Weissagungen für Soest, Werl und Warstein.

 

Das Jahr 2013 in Soest

 

Als der Fraktionsvorsitzende der Bürgergemeinschaft Andreas Kappelhoff im Januar bei einer Ratssitzung moniert: „Die Verkehrssituation in der Walburgerstraße ist absolut unterirdisch“, ist dies die Geburtsstunde der rettenden Idee, durch die Textilunternehmer Rainer Kress auf dem einstigen Finanzamts-Gelände doch noch ein Modehaus mit Tiefgarage bauen kann – ein Plan, der aufgrund des Nadelöhrs Walburgerstraße bis dato auf herbe Kritik stieß. Die Lösung: Die Straße wird untertunnelt. Zur Finanzierung kauft der Rat hundert Rubellose vom Roten Kreuz und drückt sich selber ganz fest die Daumen. Den Gewinn, fünf Hollandfahrräder, bringt Dirk Bröcking bei einer seiner Versteigerungen meistbietend unters Volk, verschweigt aber, dass er zur Gewinn-Optimierung nicht in Euro verkauft, sondern in Kuwait-Dinar.

Wie üblich, nutzt jedoch erst die Stadtarchäologie die Gelegenheit zu ausgedehnten Ausgrabungen und kann mit dem sensationellen Fund des vollständigen Gebeins eines Jack-Russell-Terriers aufwarten, der angeblich aus der Kreidezeit stammt und dafür noch erstaunlich gut erhalten ist. Vor allem die Erkenntnis, dass es vor 100 Millionen Jahren schon Nylon-Hundegeschirre mit der Aufschrift „Kampfkuschler“ gegeben haben muss, sorgt für Furore.

Danach gehen die Arbeiten zügig voran, sind jedoch bis zur Kirmes noch immer nicht abgeschlossen und erleiden einen herben Rückschlag, als am Kirmesdonnerstag das Haupt-Abwasserrohr der Gästetoiletten des Brauhauses Christ der immensen Belastung nicht mehr standhält, platzt und seinen Inhalt in den Tunnel ergießt. Die BG daraufhin: „Das ganzen Unternehmen stank ohnehin schon von Anfang an zum Himmel.“

Der hohe Alkoholanteil des Abwassers frisst sich durch die Straßendecke und bringt den ganzen Tunnel zum Einsturz, da nur 17 Prozent der vorgesehen Stahlbügel verbaut worden waren. „Gut, dass nicht das Stadtarchiv darüber stand“, atmet dessen Chef Dr. Norbert Wex auf. Der Rat sieht es gelassen und erklärt den Graben zum Canal Grande Soests und Soest zum Venedig des nordöstlichen Südwestfalens, der bis zum Teich fortgeführt und geflutet wird und ab Sommer 2014 als neue touristische Attraktion mit einem halben Dutzend Gondoliere ausgestattet werden soll.

Rainer Kress hingegen fällt bei einem Besuch in Soest verdutzt auf, dass er hier ja bereits zwei Filialen betreibt und streicht daher seine Pläne. Stattdessen baut die Stadt hier ein weiteres Einkaufszentrum, das den lang ersehnten Platz bietet für je eine weitere dringend benötigte Filiale von Kamps, Kik, Tedi, Rossmann, Ernsting's Family und ein halbes Dutzend Handyläden.

 

Nach dem Aus für die Adam-Kaserne im Rahmen des Regionale-Projekts ist zunächst nicht klar, wie es dort weitergehen soll. Letztlich drückt die CDU im Rat ein Rundum-Sorglos-Paket durch, das mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen soll: Die Zukunft des Areals wird verbunden mit Ersatzprojekten für das versiebte Adam-Rockfestival im Sommer 2011 und dem abgespeckten Fehde-Spektakel im August. Da die Zustände in jenen Gebäuden, die nicht von den Künstlern oder anderen Vereinen bewirtschaftet werden, laut der Statiker „finsterstes Mittelalter“ sind, werden die Fehde-Lager aus den Gräften in die alten Quartiere verlegt, zumal die Mittelalter-Freunde im Keller noch ganz urtümlich selber auf die Jagd gehen können nach allem, was nicht bei Drei zurück im Abwasserkanal ist.

Alternativ zum großen Openair-Theater, das es diesmal bei der Fehde nicht gibt, wird auf dem Kasernen-Gelände eine modernisierte und prominent besetzte Neuerzählung des Märchens vom Wolf und den drei kleinen Schweinchen geboten.

Der Wolf, wechselnd dargestellt von den jeweiligen Fraktionsvorsitzenden der FDP (Bernd Milke), der Linken (Winfried Hagenkötter) und der SO-Partei (Walter Raubaum), wettet mit den drei kleinen Schweinchen (den CDU-Chefs Dr. Eckhard Ruthemeyer, Rolf Meiberg und Christiane Mackensen), die sich im alten Casino verschanzt haben, dass der altersschwächste Laubbläser des Grünflächenamts ausreichen wird, um das marode Gebäude weg zu pusten. Leider ist das Ende sehr vorhersehbar und nach der Premiere müssen alle weiteren Vorstellungen wegen nicht Wiederherstellbarkeit der Kulissen abgesagt werden.

Dafür soll auf dem alten Truppenübungsplatz doch noch einmal ein Musikfestival stattfinden. Da das konsumfreudige Zielpublikum der 14- bis 49-Jährigen allerdings erfahrungsgemäß sein Geld lieber beim Anröchter „Big Day Out“ lässt, wird ein Klientel angesprochen, das nicht mehr alleine die Flucht nach vorne antreten kann. Als Florian Silbereisen dann die busseweise angekarrten Bewohner der Seniorenheime zum „Kasernenfest der Volksmusik“ begrüßen will, blickt er dennoch auf einen leeren Platz, da die Busse in Ermangelung an Parkplätzen alle auf dem Kaufland-Parkplatz haben halten müssen und die Rollatoren-Karawane nach dem zwei Kilometer und ebenso viele Stunden langen Marsch noch vor dem einzigen Dixieklo Schlange steht – die erst gegen 23 Uhr abgebaut ist. Und da muss laut Lärmschutzverordnung Ruhe sein.

 

Durch eine Terminpanne fallen Anfang April der Karrieretag und die Kinder-Uni an der FH auf einen Tag – zum Nachteil der Absolventen, da die Vertreter aus Industrie und Wirtschaft bei der Stellenvergabe die Kinder vorziehen: „Endlich Personal, das noch jung und unverbraucht ist“, so ein Jobs-Recruiter aus dem Ruhrgebiet, bevor er und seine Kollegen ihre Blockflöten aus den Taschen ziehen und die Kinder zu den Klängen von „Ihr Kinderlein kommet“ fort von der Jobmesse aus der Stadt heraus führen.

 

Im November hofft der „Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte im Kreis Soest“ erneut, an einem einzigen Samstag parallel zum Weihnachtsmarkt am entgegensetzten Ende der Fußgängerzone einen Waffelstand aufbauen zu dürfen, erhält jedoch abermals von der Wirtschaftsförderung (GfW) eine Absage mit der Begründung, dass durch die immense Konkurrenz eines einzelnen Waffeleisens in nur sechs Stunden der wirtschaftliche Totalschaden des vierwöchigen Weihnachtsmarktes und der gesamten Soester Gastronomie herbeigeführt werden könne. Stattdessen wird dem Verein das Aktionshaus auf dem Weihnachtsmarkt angeboten zu einer Miete, die die Einnahmen durch den Waffelverkauf um ein Vielfaches übersteigt.

Dadurch schlägt abermals eine Welle der Entrüstung über der Wirtschaftsförderung zusammen. Nach dem Aufruf der Antifa, die GfW mit ihren eigenen Waffeln zu schlagen und die „Einheits-Eierwaffeln des erzkapitalistischen Klassenfeinds“ zu boykottieren, verweigern die Soester aus Solidarität jegliche Verköstigung auf dem Weihnachtsmarkt und torpedieren die Behinderten mit Waffelbestellungen, so dass diese gezwungen sind, in den Untergrund zu gehen und zu Plan B zu greifen: den „Waffeln auf Rädern“. Rasch bringen es die Rollstuhlfahrer von der Rollistance auf dem Schwarzmarkt hinter dem Bahnhof zu einem florierenden Geschäft – und zwar über die gesamten vier Wochen hinweg. Nach und nach müssen die Buden des Weihnachtsmarktes schließen. Übrig bleibt nur ein einsamer Imker, der jetzt wieder die Allmacht über die Beschallung des Platzes hat und beseelt vom Honigschnaps in der Endlosspule „Ihr drei weißen Tauben kommet, oh kommet doch all“ ins wehrlose Mikrofon frohlockt.

 

Nachdem der Soester Anzeiger als Herausgeber einer Tageszeitung und des zweimal wöchentlich erscheinenden Stadtanzeigers bereits mit Hellweg Radio eine Wohngemeinschaft gebildet und auch das Soestmagazin aufgekauft hat, macht sich der Verlag zu Weihnachten selber ein Geschenk und erkauft sich das Recht, diverse regionale und überregionale Organe lokal angepasst für den Altkreis Soest zu verbreiten. So finden sich in den ersten Ausgaben folgende Themen.

  • In der „Bäckerblume“: „Zu Gast in der Weihnachtsbäckerei der Wirtschaftsförderung: Wie man kleine Brötchen backt und sie mit jeder Menge heißer Luft zum größten Stück des Kuchens aufbläht.“

  • Im Füllhorn das Interview mit Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer: „Unser Haushalt geht nicht am Stock, der betreibt Nordic Walking!“

  • Journal für Landwirtschaft: „Zehn Tipps des Stadtrats, wie man den Biss in den sauren Apfel noch als Süßholzraspeln verkauft.“

  • Apotheken-Umschau: „Erste Hilfe auf der Regionale 2013: Wie Sie eine bittere Pille schlucken, ohne davon Magengeschwüre zu bekommen.“

  • Deutsches Ärzteblatt: „Da blieb ihnen die Spucke weg: Mit welchen Tricks die Mitarbeiter im Rettungszentrum die Speichelprobe umgingen.“

  • Brigitte: „Der letzte Schrei: Von einem, der auszog, nachdem er im City Center das Fürchten lernte.“

Abschließend kauft der Anzeiger auch noch das WDR-Studio in Arnsberg auf – mit tatkräftiger Unterstützung von Dr. Eckhard Ruthemeyer, der somit nicht nur täglich in den hiesigen Printmedien, sondern auch in Funk und Fernsehen zu sehen und zu hören ist.

 

Für ihre Weihnachtsfeier engagiert die Wirtschaftsförderung einen prominenten Gastredner: Peer Steinbrück referiert über wirtschaftlich erfolgreiches Arbeiten. Nach Auszahlung seines Honorars muss die GfW jedoch Insolvenz anmelden.

 

Das Jahr 2013 in Werl

 

Ein Massenausbruch aus der JVA am Rosensonntag, 11. Februar, bleibt zunächst unbemerkt, da die flüchtigen Verbrecher sich unter die Narren des Karnevalsumzugs mischen und nicht nur durch ihre Sträflingskleidung nicht weiter auffallen, sondern sich vor allem auch perfekt assimilieren durch das Erzählen verboten schlechter Witze und das Absingen kriminell übler Stimmungskracher wie „Die Karawane zieht weiter, der Skirl ist uns wurscht“, „Da steht ein Wärter auf dem Flur“, „Ein bisschen Knast muss sein“ und „Eine Zelle, die Deinen Namen trägt.“ Erst, als sie versuchen, durch das Werfen fossilierter Kamellen die Fensterscheiben der Sparkassen-Geschäftsstelle am Markt zu zertrümmern, wird das Narrenvolk stutzig, schreibt die Ausschreitungen jedoch dem Alkohol zu. Was die Sträflinge nicht schaffen, erledigen jedoch die Druckwellen der Blaskapellen. Mit ihrer Beute gelingt den Kriminellen die Flucht. Gerüchten zufolge kommen sie wenig erfolgreich später in den legalen Zweigen ihres „Gewerbes“ unter – in der Investmentbranche und bei der Deutschen Bank.

 

Stadtarchivar Michael Jolk stellt im Juni fest, dass die Rangeleien um die dringend notwendige Untertunnelung des Bahnübergangs am Langenwiedenweg seit mehr als 50 Jahren andauern. Gleichzeitig vermeldet die Nasa, dass die Autoschlangen vor und hinter den Schranken zur Stoßzeit die einzigen ihrer Art sind, die man vom Mond aus sehen kann – mit bloßem Auge. Durch die Berichterstattung im Soester Anzeiger und in der überregionalen Presse wird zunächst Erich von Däniken auf Werl aufmerksam. Der Schweizer Ufo-Forscher ist überzeugt, dass die Werler die Arbeiten an der neuen Wulf-Hefe-Straße in nur einem Jahr, ohne Zwischenfälle und ohne Überschreitung des Budgets nicht ohne Hilfe von Außerirdischen in solch vergleichsweise kurzer Zeit haben abschließen können. Von Däniken gerät bei seiner Ankunft jedoch mitten in eine Prozession der Schlesier-Wallfahrt, sieht sich in seiner Theorie bestätigt und reist zufrieden gleich wieder ab.

Dann schaltet sich Amnesty International ein und rügt die Abkapselung der Menschen jenseits der Schranken im Werler Norden, die automatisch in Isolation münde sowie in überhöhten Konsum von Alkohol, Drogen und RTL-Dokusoaps. Die Amnesty-Gruppe am Ursulinen-Gymnasium verkauft daher zur Finanzierung eines im Kunst-Unterricht zu schaffenden „Mahnmals des isolierten Nord-Werlers“ im Eingangsbereich des Rewe am Langenwiedenweg Waffeln. Da der Supermarkt aber unmittelbar nördlich hinter dem Bahnübergang abgekapselt vom übrigen Werl im schwer zugänglichen Todesstreifen liegt, reicht der schmale Erlös nur für ein Denkmal aus weichem Speckstein, weshalb nach der feierlichen Taufe im August mit einer Flasche Hansa-Pils vom Büdchen nebenan direkt wieder mit Pattex nachgebessert werden muss.

 

 

Angelockt vom großen Medienecho, lässt sich Felix Baumgartner am Tag der Taufe direkt auf den Mond schießen, um gleich wieder von ihm herunter hinab zur Erde zu springen und punktgenau zwischen den geschlossenen Schranken zu landen, genau rechtzeitig zur Ankunft des Hellweg-Expresses von Dortmund um 20.13 Uhr, wodurch der österreichische Extremsportler etwas Zug bekommt. Spontan bietet sich die Amnesty-Gruppe der Ursulinen an, Waffeln zugunsten einer Baumgartner-Gedächtnisstätte zu verkaufen.

Natürlich steht das „Mahnmal des isolierten Nord-Werlers“ nördlich der Bahnschranken, Ecke „An der Kleinbahn“ – und wird daher kaum wahrgenommen. Dadurch bleibt es aber immerhin ganze 24 Stunden Graffiti-frei.

 

Nachdem die Investoren des Factory Outlets sich aus der Unternehmung herausziehen, greift die Wirtschaftsförderung, die sich die Einnahmen nicht entgehen lassen will, im Herbst in Eigenregie durch und errichtet stattdessen auf dem Acker in Anlehnung an Werls größten Exportschlager einen Wallfahrts-Freizeitpark, mit Drive-In-Beichtstuhl, Weihraucherlokalen, Hostien-Flatrate, fernöstlichen Straßenverkäufern („Wolle Rosekranz kaufe?“), Piusbrüdern am Empfang („Protestant? Du kommst hier net rein“), einer Hüpfbasilika für die Kleinen (mit den Älteren geht der Pastor gegen Aufpreis in die Sakristei), sowie zum Abschluss einem letzten All-You-Can-Eat-Abendmahl. Der Papst twittert seinen Segen – Hauptsache, es ist nichts aus Gummi.

 

Das Jahr 2013 in Warstein

 

Große Überraschung für die Warsteiner Kulturinitiative „ki“. Seit einem Jahr setzt sich die Gruppe unter anderem dafür ein, die Belecker Theateraula zu erhalten – und erhält sie im Frühjahr auch und fragt sich jetzt, was sie mit ihr anfangen soll. Die rettende Idee hat der zweite Vorsitzende Werner Braukmann, der zugleich erster Vorsitzender der Initiative Trinkwasser ist, die der Kalksteinindustrie und einer möglichen Trinkwasserverunreinigung den Kampf angesagt hat. Braukmann will nun zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Als Lehrer am Soester Conrad-von-Soest-Gymnasium durch die Leitung der Theater-AG ein ausgezeichneter und erfahrener Regisseur, stellt er eine epochale Laien-Inszenierung auf die Beine, frei nach Bertold Brecht: „Die heilige Johanna der Steinbrüche.“

Das Stück erzählt die Geschichte der Johanna Staub, die den ausgesperrten Arbeitern des Kalksteinwerks Brühne, das in 2012 Insolvenz anmelden musste, den Glauben an die Gerechtigkeit zurückbringen will. Angesichts des Elends versucht sie, das Kartellamt zu überreden, eine Übernahme von Brühne durch Rheinkalk doch zuzulassen, gerät dabei immer tiefer in den Strudel wirtschaftlicher Machenschaften der Kalksteinindustrie. Schließlich begibt sie sich aus Protest zu den in den stillgelegten Steinbrüchen ausharrenden Arbeitern, die sie im Feinstaubnebel erst nach dreitägiger Suche (die in Echtzeit dargestellt wird) findet, und wird Zeugin, wie diese gegen ihre einstigen Bosse zu einem Generalstreik aufrufen. Der Streik scheitert, als Johanna den berufsbedingt bereits völlig verkalkten Arbeitern mitteilt, dass es keinen Sinn macht zu streiken, wenn man längst betriebsbedingt gefeuert wurde. Aus lauter Frust und um überhaupt noch irgendetwas mit dem Kalk anfangen zu können, steinigen die Arbeiter Johanna. Im Sterben erkennt sie, dass ihre Hoffnung auf Gerechtigkeit und die Verhandlungen mit den Kalkkapitalisten gescheitert sind und wird posthum von der Stadtverwaltung zur Schutzpatronin Warsteins ernannt.

Das Stück wird ein Riesenerfolg und wird sogar zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Regielegende Claus Peymann, heute Leiter des Berliner Ensembles und in den Achtzigern Chef am Bochumer Schauspielhaus, lobt den staubtrockenen schwarzen Humor des Stücks und schwärmt: „Warstein… die Luft dort erinnert mich so an meine Zeit zwischen den Hochöfen des Ruhrgebiets.“

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