Buntes Universum

Klaus Bunte – Schauspieler, Kabarettist, Journalist

„Mein Motto lautet: Das geht besser!“

 

INTERVIEW  Tony Mono stellt erneut die Musikwelt auf den Kopf

 

Soest. Tony Mono ist Erfolg gewohnt. Aber der Musikproduzent aus Recklinghausen hat Charakter: „Ich werde nie vergessen, wo ich herkomme: Von ganz oben!“ Im Programm von 1Live hat er seinen eigenen Sendeplatz, an dem er beweist, dass ein Rapper wie Sean Paul eine wunderbare Allianz mit dem Sound von James Last eingehen kann, oder dass Lana del Rays depressiver Megahit „Video Games“ das Zeug zum Stimmungskracher hat.

Fest überzeugt, dass er wieder Tausende Fans begeistern wird, startet Mono – nach eigener Aussage der „Sexiest Producer Alive“ und „Pimp of Pop“ – nun zu seiner „World Tour“ durch. Dabei ist er sich nicht zu schade, aus dem Olymp des Pop herunterzusteigen in die Stadthalle Soest, wo er am Donnerstag, 25. Oktober 2013. ab 20 Uhr auftritt. Auch hier erhofft er sich nur ein Ziel: „Ich bin es zwar gewohnt, dass mir der Erfolg in den Schoß fällt. Trotzdem freue ich mich jetzt schon darauf, wenn es die weiblichen Fans auch wieder tun.“ Vorher hat er sich freundlicherweise bereit erklärt, in seinem dicht gepackten Terminkalender ein winziges Zeitfenster zumindest spaltweise zu öffnen, um sich den Fragen von Stadtanzeiger-Mitarbeiter Klaus Bunte zu stellen. Wenn auch mit 15 Minuten Verspätung.

 

 

Wir wissen, Sie sind sehr beschäftigt, aber schön, dass Sie sich Zeit genommen haben.

Tony Mono: Ja, entschuldigen Sie bitte die Verspätung, ich wurde noch durch zwei Groupies, naja, abgelenkt.

 

Zunächst einmal: Wie darf ich Sie eigentlich anreden? Tony? Herr Mono?

Tony Mono: Meine Freunde nennen mich Tony. Aber Sie können ruhig Herr Mono sagen!

 

Ist das überhaupt Ihr richtiger Name?

Tony Mono: Ich wundere mich schon, dass diese Frage ausgerechnet von einem Mann mit Namen Klaus Bunte kommt. Ich frage ja auch nicht, ob Sie in Wirklichkeit nicht Klaus Gala heißen! Oder Klaus Goldenes Blatt! Natürlich ist das mein richtiger Name! Ich bin der Sohn eines amerikanischen Soldaten, der mit dem selben Schiff nach Deutschland gekommen ist wie Elvis Presley. Nur hat mein Vater leider das Schiff zurück verpasst, weil er mal wieder vollkommen bekifft in der Ecke lag. Durch ihn kam ich in den Genuss einer Art Rock'n'Roll-Kindheit.

 

Herr Mono, Sie veredeln Songs von Stars wie Lana del Rey oder Udo Lindenberg. Kommen die eigentlich aus Dankbarkeit mit Ihnen auf Tour? Wäre doch nur gerecht! Oder stehen nur Sie da allein auf der Bühne? Das wäre ja so, als wollte ich mir den Film „Der Untergang“ anschauen und bekäme drei Stunden lang nur ein Bild von Bernd Eichinger gezeigt.

Tony Mono: Das Publikum bekommt ja auf der „Tony Mono World Tour“ nicht nur den Produzenten, sondern auch alle meine Stars! Die haben Verträge mit mir. Und wenn sie dann das Kleingedruckte lesen, stellen sie fest, dass sie wirklich nur aus Dankbarkeit mitkommen. Und sollte mal einer von ihnen persönlich verhindert sein, sind ich oder meine sexy Bühnenpartnerin notfalls aufgrund unserer Talentstruktur durchaus in der Lage, sie würdig zu vertreten. Aber sagen Sie mal, was das denn überhaupt eben für ein Vergleich? Bernd Eichinger ist tot, und wer war nochmal die Hauptfigur in „Der Untergang“? Den will ja wohl hoffentlich eh keiner mehr sehen.

 

Die Produktionen, die Sie mit ihren Stars in den vergangenen acht Monaten eingespielt haben, bieten Sie ja gnädigerweise auf der Homepage von 1Live zum kostenlosen Hören an. Wenn ich mir das alles anhöre – was verpasse ich dann noch, wenn ich nicht in Ihre Live-Show gehe?

Tony Mono: Sie verpassen so ungefähr alles. Fast alle Nummern dieser Show habe ich exklusiv für die Bühne produziert. Nur in zwei oder drei Fällen sind es neu arrangierte Radiosongs. Der Rest ist Oper, Big Band, sind Musikeinlagen aus Russland, Indien, Tanznummern… alles, was die Musik so hergibt und was mir Spaß macht, und das ist eine Menge. Und alles wird live gesungen und performt. Ich spiele auch viele Instrumente live, unter anderem auch welche, die ich selber entwickelt habe: Die Buzzer-Orgel zum Beispiel, auf der man mit fünf Knöpfen einen Welthit spielen kann, oder die Kuscheltierorgel, dank der Panda-Rapper Cro einen Song mit live singenden Plüschtieren aufführen kann.

 

Sie vermischen sogar James Last mit Deichkind oder Sean Paul. Wo liegen denn eigentlich Ihre eigenen Vorlieben?

Tony Mono: Ich finde, es ist so, als würden Sie mich fragen: Welche Frau ist die schönste? Auch hier befinde ich mich in der glücklichen Lage, dass ich mich nicht entscheiden muss – und genau so halte ich es mit den verschiedenen Musikrichtungen. Auch wenn es da ein paar Götter gibt, wie zum Beispiel Elvis, James Brown oder Michael Jackson, deren Werk etwas für die Ewigkeit ist und die man auch im Herzen behalten sollte.

 

Gibt es Musik, vor der Sie eine solche Hochachtung haben, dass Sie nicht meinen, sie veredeln zu müssen?

Tony Mono: Ich habe noch keinen Fall erlebt, in dem mein Motto sich nicht bestätigt hätte, und das lautet: „Das geht besser!“ Und das gilt ausnahmslos für jedes musikalische Werk der Welt. Wenn es sich mit meinem Talent zu einem Zwei-Komponenten-Werk verbindet, dann hat noch jedes Lied daraus gewonnen.

 

Auf welches dieser Zwei-Komponenten-Werke sind Sie denn am meisten stolz, welches haben Sie nach eigener Ansicht am besten veredelt?

Tony Mono: Aus dem aktuellen Programm wäre dies wohl die Nummer „Grace in Deutschland“, in der ich die schönsten… naja, sagen wir ehrlicherweise, die schlimmsten deutschen Hits der letzten Jahre, also Sachen wie „Das Rote Pferd“, im Big-Band-Sound von Las Vegas interpretiere, so dass Frank Sinatra sich nicht im Grabe umdrehen, sondern eigens von den Toten wieder auferstehen würde, nur um diese Lieder singen zu dürfen.

 

Auf der 1Live-Internetseite werden Sie in der Sparte „Comedy“ gelistet. Bringt Sie das nicht auf die Palme, dass man Ihre Fähigkeiten dort so verkennt und Sie zum Kasperle degradiert?

Tony Mono: Das ist anders gemeint, nämlich so, dass jeder, der meine Show gesehen hat, danach weiß, dass alle anderen gegen mich Witzfiguren sind. Aber auf diese Weise lernt man viel über Comedy.

 

Das heißt, Sie haben schon Erfahrung mit der Comedy-Abteilung von 1Live. Was muss Comedy für dieses Zielpublikum auszeichnen, damit es dort gesendet wird?

Tony Mono: Ich würde sagen: Sie muss Charakter haben. Der kann durchaus unterschiedlich sein. Ich und Jimmy Breuer zum Beispiel haben wahrscheinlich nichts gemeinsam. Ich habe eben mal die Buchstaben durchgezählt: Auch da teilen wir uns gerade einmal das M. Und wie soll ich sagen… das macht mich nicht wirklich traurig. Womit ich weniger das M meine als alles andere.

 

Ich war vor Jahren mal bei einer gemeinsamen Show vieler 1Live-Komiker. Da waren eigentlich fast nur Teenies im Publikum und die tobten vor Lachen. Die paar Erwachsenen, die da waren, waren mäßig amüsiert. Woran liegt das?

Tony Mono: Daran, dass sie nicht bei meiner Tour waren!! Denn die Show der Comedy-Kollegen und meine World Tour zu vergleichen, ist natürlich wie ein Vergleich zwischen Kreisliga und Champions League. Ich habe wirklich ein sehr gemischtes Publikum. Von meinen Groupies mal abgesehen, haben wir auch Zuschauer jenseits der 30, bis hinauf zu Besuchern von zirka 60 Jahren. Die amüsieren sich in der Regel sehr gut. Was dann die Aftershow-Party angeht, da halte ich mich dann doch lieber an die Zielgruppe. Also, an Frauen zwischen 18 und 30…

 

Zu guter Letzt: Geht die Musik in der Stadthalle gemäß Ihrem Namen in Mono über die Lautsprecher – oder bereits in diesem neumodischen Format namens „Stereo“?

Tony Mono: Gut, dass Sie fragen, denn wir haben zu Beginn der Show eine technische Einweisung durch Stewardessen, die unsere Wireless Surround Sound Systems erklären. Das sind Spezialsysteme, die Luftmoleküle in Bewegung versetzen und dadurch Klang erzeugen. Von herkömmlichen Lautsprechern unterschieden sie sich deutlich – und zwar durch ihren irre fantasievollen Namen.

 

Stadtanzeiger Soest, 24. Oktober 2012

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